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Vortrag

Präparation Glas und Carbon verstärkter Kunststoffe für die mikroskopische Untersuchung im Durchlicht

Freitag (23.09.2016)
11:30 - 11:50 Uhr Hörsaal A
Bestandteil von:


Die optische Schadensanalyse ist in der Regel nur durch eine vorherige Probenpräparation durchführbar. Für metallische Werkstoffe werden traditionell Anschliffe hergestellt, für Kunststoffe hat sich die Mikrotomie etabliert. Bei den Untersuchungen von Verbundwerkstoffen eignen sich beide Methoden aus unterschiedlichen Gründen nicht oder nur unzureichend (Abb.1). Dünne Schnitte von GfK Werkstoffen sind nur im begrenzten Maße herstellbar (Glasfaseranteil). CfK Proben sind nicht präparierbar. Zudem wirken bei der Mikrotomtechnik gerichtete Kräfte, die zu Deformationsaktefakten führen können. Die Anschlifftechnik ist nur für die Untersuchung der Fasern geeignet. Informationen über die Matrixbestandteile können nicht erzielt werden, da die Proben nicht durchstrahlt werden.

Die Dünnschlifftechnik bietet eine Möglichkeit alle Phasenanteile dieser Werkstoffe zu untersuchen. Sie wird für die Gesteins- und Mineralbestimmungen im geologisch-mineralogischen Bereich als Standardverfahren eingesetzt. Die Umsetzung im Industrielabor gestaltet sich jedoch noch recht zäh. Zum einen liegen kaum Erfahrungen, Literatur, Weiterbildungsmöglichkeiten und Schliffinterpretationen vor, zum anderen wird der Aufwand gescheut, da mehr als die doppelte Zeit als bei einem Anschliff vermutet wird. Kombiniert mit einem vermutet hohen apparativen Aufwand bei den Trenn- und Schleifmaschinen schrecken viele Anwender ab.

Im Folgenden wird beschrieben, dass für die Herstellung von manuellen Einzelanschliffen nur ein minimaler investiver Aufwand nötig ist und an Hand von Beispielen der Zusatznutzen bei Gefügeuntersuchungen und Schadenfällen nachgewiesen wird. Nicht zuletzt verstehen wir diesen Artikel als Aufforderung dieses Verfahren aktiv in der Werkstoffschadensanalyse zu berücksichtigen und zu

fördern.

 

Sprecher/Referent:
Martin Kern
MicroKern
Weitere Autoren/Referenten:
  • Gundula Jeschke
    Lette Verein
  • Heinz-Hubert Cloeren
    Cloeren Technology GmbH

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