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Vortrag

Korrelative Mikroskopie zur Charakterisierung und Quantifizierung komplexer Phasenbestandteile in niedriglegierten Stählen

Mittwoch (21.09.2016)
17:15 - 17:35 Uhr Hörsaal B
Bestandteil von:


Korrelative Mikroskopie zur Charakterisierung und Quantifizierung komplexer Phasenbestandteile in niedriglegierten Stählen


D.Britz1,2, J.Webel1, A.S.Schneider3, F.Mücklich1,2

1 Lehrstuhl für Funktionswerkstoffe, Universität des Saarlandes

2 Material Engineering Center Saarland,

3 AG der Dillinger Hüttenwerke



Die Quantifizierung von Gefügebestandteilen in einem komplexen Mehrphasenstahl stellt die gängige Praxis in der Metallographie stets vor große Herausforderungen. Die eingesetzten Verfahren wie die klassische Metallographie, die Rasterelektronenmikroskopie und die Rückstreuelektronenbeugung (EBSD) liefern zwar Hinweise auf die Gefügebestandteile, beziehen sich jedoch meist nur auf morphologische bzw. im Fall von EBSD auf missorientierungsbedingte Unterschiede [1]. Somit ist keine direkte Unterscheidung von Bestandteilen möglich, die sich lediglich in ihrer Versetzungsdichte unterscheiden, wie beispielsweise voreutektoider und bainitischer Ferrit. Um verlässliche Aussagen über die verschiedenen Phasenbestandteile im Stahl zu erlangen, bedarf es daher den Einsatz korrelativer Verfahren.

In der vorgestellten Arbeit werden mittels klassischer Metallographie, der Rückstreuelektronenbeugung sowie der Härteprüfung und Nanoindentation systematisch die Gefügevariationen eines niedriglegierten, thermomechanisch-gewalzten Stahls untersucht, die sich aufgrund unterschiedlicher Endkühltemperaturen ergeben. Die Ergebnisse zeigen, dass nur durch eine Korrelation der verschiedenen Charakterisierungsverfahren eine Quantifizierung dieser Gefüge grundsätzlich möglich ist.


[1] M. P. Aarnts, R. A. Rijkenberg, and F. A. Twisk. “Microstructural quantification of multi-phase steels (Micro-quant),” Brussel, 2011.

 

Sprecher/Referent:
Dr.-Ing. Dominik Britz
Material Engineering Center Saarland - MECS
Weitere Autoren/Referenten:
  • Johannes Webel
    Universität des Saarlandes
  • Prof. Dr. Frank Mücklich
    Universität des Saarlandes